Der am 30.04.1985 geborene Schimpansenmann "Franzl" ist am 19.10.2007 im Münchner Tierpark Hellabrunn ertrunken.

Ich durfte diesen tollen Schimpansen noch am 30.08.2007 kennenlernen, leider blieb es bei diesem einen Treffen.
Aber dieses wird mir mit Sicherheit unvergessen bleiben !

Hier noch ein paar Fotos und Geschichten zu Franzl:

 

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Als ich in München war und ins Affenhaus kam, fiel mir dieser hübsche Schimpansenmann auf. Wir sahen uns an und ich dachte, was bist Du toll !! Ich machte ihm ein Zeichen und er guckte mich ganz erstaunt an. Als ich das Zeichen wiederholte, kletterte er blitzschnell von seinem Kletterbaum, guckte mich nochmal an und schnappte sich diese Obstkiste.
Er setzte sich damit vor die Scheibe und schaute wieder zu mir rüber.
Ich bin dann an den Scheiben entlanggegangen (stand vorher vor Kopf und er saß jetzt an der Seite) und vor ihm stehen geblieben.
Bei mir war es Schimpansenliebe auf den ersten Blick !!
Wir haben uns angeschaut und gegenseitig Zeichen gegeben. So etwas in der Form habe ich vorher noch nicht erlebt !
Die Leute blieben stehen und schauten uns zu. Wir wurden fotografiert und sowohl Kinder als auch Erwachsene versuchten ebenfalls mit ihm zu spielen.
Er reagierte sehr ungehalten und wollte sichtlich nicht gestört werden. Mir taten die Knie weh, da ich die ganze Zeit vor der Scheibe hockte, aber wenn ich aufstehen wollte, dann klopfte er gegen die Scheibe und wollte weiter "fingerln".
Stimmen im Hintergrund waren zu hören "die Frau ist jeden Tag hier" - "die kennt den Affen" - "guck mal die zwei, die spielen immer miteinander"
Nein, wir hatten uns heute das erste Mal getroffen !!
Ein Mann fragte mich, ob er auch mal dürfte - logisch. Aber Franzl sah das anders ! Er haute wütend gegen die Scheibe wo der Mann stand, drehte sich demonstrativ weg und mir wieder zu.
Ich bat den Mann doch mit meiner Kamera wenigstens ein Foto von Franzl und mir zu machen.
Drei sind es geworden - und leider kommen keine neuen mehr dazu...
Ich hätte Franzl gerne besser kennengelernt und wäre dafür sogar nach München gefahren.
Nun brauche ich da nicht mehr hin...

 



Franzl, ich werde Dich nie vergessen - wir treffen uns wieder !!

 




tz-online 19.08.07
Wie Franzl Münchens Frauen schwach macht
tz-Serie über die Talente der Tiere

...doch nur der Tierpark-Chef weiß, was der Schimpanse ihnen sagen will

Hunde retten ihre Herrchen aus Lebensgefahr. Affen lösen knifflige Experimente. Katzen können angeblich eins und eins zusammenzählen. Was steckt dahinter? Ist’s Zufall? Oder sind Tiere in Wirklichkeit viel klüger, als wir bisher glaubten? All diese Fragen versucht die tz in den nächsten Tagen zu beantworten. Mit tierischen Sommer- Geschichten, mal ernst, mal heiter. Vom Geheimnis der pupsenden Heringe bis zum Gesang verliebter Mäuseriche. Heute geht’s um die Menschenaffen in Hellabrunn.

Schimpanse Franzl steht auf schöne Frauen. Auch auf Damen ohne Fell. Solche, die jenseits des Geheges stehen. Am besten mit Oberweite, Ausschnitt und roten Fußnägeln. Erst fängt er an, aufgeregt mit den Lippen zu klappern. Dann folgt Macho-Gehabe pur. Franzl trommelt gegen die dicke Glasscheibe, ihm stellen sich die Haare und, so Tierpark-Sprecherin Dr. Doris Schwarzer, „einiges mehr auf“. Nicht selten wird er aber schnell lammfromm, legt seine Finger sacht aufs Glas. Und will mit seiner Angebeteten „sprechen“…

„Franzl fordert die Frauen auf, es ihm nachzumachen. Er will die Finger begutachten, auch auf der Handinnenseite“, weiß Tierpark- Chef Prof. Henning Wiesner, Franzls wohl engster Menschen- Freund. Bisweilen machen die Besucherinnen mit, nicht selten aber ist alles Anbandeln umsonst. Weil die Zweibeiner den 22-jährigen Schimpansen einfach nicht verstehen. Was viele nicht wissen: Affen verständigen sich nicht nur durch Laute – sie kommunizieren mit Blicken, Grimassen, mit ihrer Körperhaltung, mit Gesten. Insbesondere mit Händen und Füßen, sogar mit einer eigenen Zeichensprache.

Natürlich klappt Affen- Mann Franzl schon mal schmollend die Lippe hoch, wenn er geschimpft wird. Oder zeigt grinsend seine Zähne, wenn er sich freut. Oder ruft seine Gruppe herbei, wenn’s Fressen gibt. Forscher haben herausgefunden, dass sich Schimpansen auch mit verschiedenen hohen und tiefen Grunzlauten übers Futter unterhalten können. Pavian-Weibchen sollen sogar über Sex reden. Je mehr er ihnen gefallen hat, desto mehr Lärm machen sie darum.

Zurück zu den Schimpansen: Was genau alle Handund Fußzeichen, Grimassen und Rufe bedeuten, versuchen Wissenschaftler immer noch zu entschlüsseln. Fest scheint nur zu stehen: Die Zeichen und Gesten können sich sogar zwischen einzelnen Affen-Gruppen unterscheiden. Und: Diese Art von Kommunikation gilt auch als Ursprung der menschlichen Sprache.

Schimpansen aber werden niemals sprechen können. Die Gene von Mensch und Menschenaffe sind zu über 95 Prozent identisch – die Gehirne indes weisen wichtige Unterschiede auf. So fehlt Franzl und Co. das Sprach- Zentrum in der Großhirnrinde. Und die Feinmotorik. Beim Sprechen formen wir 15 Laute pro Sekunde – unsere schnellste Bewegung überhaupt. Das ist tierisch schwer nachzumachen…

Und wie steht’s um die Intelligenz der Affen? Schimpansen wollen Neues entdecken, lösen teils knifflige Experimente, benutzen Werkzeuge. Steine oder Holzstücke als Hammer, Stöcke als Grabgeräte, zerkaute Blätter als Schwämme. Sie erkennen sich selbst im Spiegel, können generell das Stadium eines drei- bis vierjährigen Kindes erreichen. Was fehlt, ist laut Prof. Wiesner aber „der Quantensprung in der Evolutionsgeschichte“.

Das menschliche Denken, das Bewusstsein, die Selbsterkenntnis. Zurück zu Franzl. Der hat mit seinem Freund, dem Tierpark- Chef, eine ganz persönliche Art der Kommunikation entwickelt. Fast jeden Morgen gegen 8.30 Uhr kommt ihn Wiesner noch am Schlaf-Käfig besuchen. Dann darf Franzl die Finger des Zoo-Direktors begutachten, die Nägel säubern und zurechtknabbern, den Kopf kontrollieren, auch die Ellbogen und Knöchel nach Verletzungen untersuchen. Zum Abschied gibt’s als Dank ein paar Gummibärchen. Denn wilde Tiere wie Franzl werden nicht nur bei schönen Frauen schwach…





Ertrunken im Zoo: Wurde "Franzl" gereizt?

München - Schimpanse ,,Franzl" ist tot. Ertrunken im Wassergraben. Was im Tierpark Hellabrunn bleibt, ist Trauer und die Frage nach dem Wie.

Er fehlt ihnen. Das merkt man Franzls Affen-Familie am Mittwoch deutlich an. ,,Sie trauern", sagt Doris Schwarzer, Sprecherin des Tierparks. ,,Sehr verwirrt" seien sie zuerst gewesen, die Affenweibchen Zenta und Sophie, Franzls Töchter Hannerl und Annemarie sowie seine Söhne Josef und der vierjährige Willi, das Nesthäkchen.

,,Inzwischen sind sie äußerlich wieder recht ruhig", berichtet Schwarzer. Wie es in ihnen aussehe, könne aber keiner sagen. Auch nicht, wie sie künftig ohne Boss klarkommen. Schwarzer: ,,In freier Wildbahn bräuchten sie einen neuen Chef, in Gefangenschaft nicht unbedingt." Ob man einen neuen Schimpansenmann ins Urwaldhaus hole, darüber will man im Tierpark noch nicht nachdenken. ,,Es ist alles noch so frisch", sagt Schwarzer. Es gibt viele Fragen, aber noch wenige Antworten.

Warum setzte der Affe am Dienstag auf einmal zum Sprung über den Elektrozaun an, der sein Gehege vom Wassergraben trennt? Bisher ist das völlig unklar. Und: ,,Wenn sich keiner meldet, der etwas beobachtet hat, werden wir für immer im Dunkeln tappen", sagt Schwarzer.

Klar ist: Menschenaffen können nicht schwimmen. Dass der 22 Jahre alte Primat so schnell im 1,50 Meter tiefen Wassergraben vor dem Gehege ertrinken konnte, erklärt Schwarzer so: ,,Das Fell saugt sich in Sekunden voll wie ein Schwamm. Dann zieht es das Tier nach unten." Franzls einzige Chance, sagt Schwarzer, wäre das Gras neben dem Graben gewesen. ,,Aber das hat er wohl nicht erreicht."

Noch wollen die Zoo-Mitarbeiter auch nicht nachdenken, wie sie ihrem Chef die Nachricht von Franzls Tod überbringen sollen. Tierpark-Direktor Henning Wiesner ist gerade auf Asien-Reise, kommt erst in 14 Tagen zurück. Wiesner kannte Franzl, seit der 1985 im Münchner Zoo geboren wurde. Weil Mutter Resi Franzl nicht annahm, musste das Schimpansenbaby mit der Flasche aufgezogen werden.

merkur-online
 




Obduktion enthüllt: Schimpanse "Franzl" nicht ertrunken
München – Der Tod des Hellabrunner Schimpansen "Franzl" bleibt rätselhaft: Er war bewusstlos, als er im Wassergraben seines Geheges versank - womöglich Folge eines Kampfes.

Der letzte Sektionsbericht brachte es an den Tag: Der Hellabrunner Publikumsliebling, der im Oktober 2007 nach einem Sprung in den Wassergraben seines Geheges gestorben war, hatte kein Wasser in der Lunge. Tierpark-Chef Henning Wiesner sagte dem Münchner Merkur: "Franzl ist schon mit einem totalen neuralen Blackout ins Wasser reingekommen. Er ist im Schock untergegangen. In diesem Zustand wäre er auch in einer knöcheltiefen Pfütze ertrunken."

Eine mögliche Ursache der Bewusstlosigkeit entdeckten die Pathologen am Brustkorb des 22 Jahre alten Schimpansen: "Er hatte einen großen Bluterguss an der Seite", sagt Wiesner. "Die müssen vorher massiv gerauft haben." Von Boxkämpfen sei bekannt, dass ein heftiger Schlag gegen den Brustkorb zu Bewusstlosigkeit führen, im Extremfall sogar tödlich sein könne.

Franzl hatte mit dieser Verletzung noch einen außergewöhnlichen Sprung getan: Mit einem Satz hüpfte er über den Elektrozaun und die Sumpfzone, die die Affen normalerweise meiden, bis in den Wassergraben. "Er hat einen gigantischen Sprung von 6,80 Metern hingelegt. Und im Springen hat er geschrien", berichtet Wiesner von den Aussagen zweier Augenzeugen.

Diese Zeugen hätten auch die Theorie widerlegt, Franzl sei von Besuchern provoziert worden und habe mit einem Angriff seine Familie schützen wollen. "Die Zeugen haben genau beobachtet, dass er von innen nicht bedrängt und von außen auch nicht irgendwie provoziert wurde", berichtet Wiesner. Zudem habe der Affe die Außenanlage samt Wassergraben seit sechs Jahren genau gekannt.

Wiesner ging der Tod des Affen sehr nahe, denn die beiden verband seit vielen Jahren ein Ritual: Jeden Morgen besuchte der Tierpark-Chef auf seinem Rundgang den Chef der Schimpansen-Familie. "Franzl hat mir dann die Fingernägel saubergemacht", berichtet Wiesner. "Wenn ich Latschen anhatte, auch mal die Zehennägel, aber die Finger waren ihm wichtiger."